Begleiterkrankungen bei Burnout

Nicht selten geht das Burnout-Syndrom mit psychosomatischen oder körperlichen Begleiterkrankungen einher, wie depressiven Störungen, Angststörungen, Bluthochdruck, orthopädischen Beschwerden bei Verspannungen, chronischem Tinnitus usw.. Langfristig kann sich eine immer negativer werdende Einstellung zu den anfänglich als positiv erlebten Herausforderungen und eigenen Fähigkeiten entwickeln.

Oft sind massive Selbstwertprobleme und zunehmende Selbstunsicherheit eine weitere langfristige Folge. Bessert sich das Burn-out-Syndrom, gehen in der Regel auch die anderen Beschwerden zurück.

Psychische Begleiterkrankungen

Sehr oft entwickelt sich der Burn-out in eine schwere Depression.

Daneben sind folgende psychische Leiden häufig Folge eines Burn-outs:

  • Panikattacken
  • Angstzustände
  • Schlafstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Suizidneigung
  • Kontrollverluste
  • Verlust der Libido

Körperliche Begleiterkrankungen

Beim Burn-out liegt ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, auch das Immunsystem kann aus der Balance geraten. Zu den häufigsten Krankheiten zählen außerdem Hörstörungen.

Konkret sind die folgenden körperlichen Beschwerden häufig Teil des Burn-outs:

  • Bluthochdruck
  • Herzinfarkt
  • Wiederholte Infekte und Entzündungen
  • Diabetes
  • Magenschmerzen
  • Tinnitus
  • Hörsturz
  • Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit)
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Potenz- und Fruchtbarkeitsstörungen

Die meisten Symptome lassen sich begründen mit einer gesenkten Reizschwelle in der Stressachse, einem System von Nervennetzen, Hormonen und Zellreaktionen. Die gesenkte Reizschwelle führt dazu, dass der Körper das Stresshormon Cortisol übermäßig ausschüttet, es kommt zu einem dauerhaft erhöhten Cortisolspiegel, der direkt oder indirekt körperlich und psychisch krank macht. Daneben kann der gesunde Rhythmus der Cortisol-Ausschüttung im Tagesverlauf aufgehoben werden. Auch ein Cortisolmangel kann als Systemerschöpfung auftreten.

In welchem Zusammenhang steht Burn-out mit anderen Erkrankungen?

Grundsätzlich können alle internistischen Krankheiten als Begleiterkrankungen eines Burn-out-Syndroms auftreten. Entsprechende Zusammenhänge sind gemäß Literatur vor allem für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachgewiesen. So geht beispielsweise Hypertonie als chronische Stressreaktion häufig mit Burn-out einher, wobei insbesondere Personen, die das Gefühl haben, weniger Kontrolle über ihre eigene Arbeit zu haben, häufiger einen erhöhten Blutdruck aufweisen.

Der Diagnose von Begleiterkrankungen kommt eine hohe Bedeutung zu. Ein Burnout wird anhand der Symptome diagnostiziert und steht oft im Zusammenhang mit dem Arbeitsleben. Das Burnout-Syndrom gilt jedoch nicht als Berufskrankheit. Nach der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-Code) fällt das Burnout-Syndrom in den Bereich „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“. Ist die Patientin/der Patient aufgrund des Burnouts nicht arbeitsfähig, kann ein (längerer) Krankenstand erforderlich sein.

Abhängig von den individuellen Bedürfnissen der Patientin/des Patienten werden verschiedene therapeutische Maßnahmen getroffen.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

Autor:
Datum: Donnerstag, 28. November 2013 9:03
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