Berufsanfänger und das Burnout-Syndrom

Das Burnout-Syndrom trifft nicht mehr nur Führungskräfte oder Menschen in sozialen Berufen im mittleren Alter. Auch immer mehr Berufsanfänger leiden unter dem Ausgebranntsein. Nach Studien der Krankenkassen DAK, TK und AOK leidet jeder zehnte Berufstätige unter 30 Jahren unter Schmerzen ohne organische Ursachen, meist begleitet von Burn-out und Depressionen. Auch der Betriebskrankenkassen Bundesverband beobachtet, dass seit 2004 immer mehr junge Arbeitnehmer mit der Diagnose Burn-out krankgeschrieben werden.

Berufsanfänger kommen vollgestopft mit Wissen in die Unternehmen, wollen was verändern, zeigen, dass sie etwas können. Und dann kommt der Praxisschock. Menschen, die schon lange im Unternehmen sind und idealistische Berufsanfänger – “da prallen Kulturen aufeinander.” Ernüchterung macht sich breit, das Arbeitsleben ist anders als erwartet. Entscheidungen dauern länger, Abstimmungsprozesse müssen eingehalten werden, frische Ideen werden abgetan.

Verschärft wird dieser Prozess durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse , Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und doppelte Tarifstrukturen. Vor allem Berufsanfänger bekommen befristete, deutlich schlechter bezahlte Stellen. Aus Angst davor, dass der Vertrag nicht verlängert wird oder jemand anders den nächsten befristeten Vertrag bekommt, gehen viele ans Limit ihrer Leistungsgrenzen. Aus dem Studium kennen junge Menschen zwar die intensiven Lernphasen vor Prüfungen. Dann denken viele, dass sie es auch dauerhaft im Beruf schaffen, 14 Stunden am Tag zu arbeiten. Aber das geht eben nicht.

Während es an der Universität oder in der Ausbildung nach Prüfungsphasen eindeutige Ergebnisse und oft auch Wertschätzung für das Geleistete gibt, kennt das Arbeitsleben einen solchen Rhythmus nicht. Bleibt Lob aus, steigt der Stress zusätzlich. Die meisten Berufsanfänger haben zudem noch nicht die nötige Distanz zum Arbeitsplatz. Sie werten Kritik häufiger als ein persönliches Scheitern.

Um Burn-out vorzubeugen, brauchen Berufsanfänger Orientierung und klare Ansagen. Der Vorgesetzte muss den Aufgabenbereich genau definieren und regelmäßig mit dem Anfänger sprechen, ihm erklären, warum welche Dinge passieren. Um den Zeitdruck bei der Arbeit rauszunehmen, sollten Arbeitnehmer mehrmals am Tag kürzere Pausen machen . Auch ein betriebliches Gesundheitsmanagement kann helfen.

Burn-out in jungen Jahren muss dabei nicht das gesamte künftige Arbeitsleben verbauen. Der Weg zurück in den Job kann gelingen . “Wenn ich vorher die Ressourcen hatte, mich richtig in den Job reinzuknien, dann habe ich auch Ressourcen, mich wieder aus dem Burn-out rauszuwühlen”, sagen Psychologen. Manchmal bleibt als einziger Ausweg aber nur, den alten Job nicht weiterzumachen und sich beruflich neu zu orientieren. Immerhin dabei haben Berufsanfänger einen Vorteil: Sie sind meist noch jung genug, dass ein beruflicher Wechsel funktionieren kann.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Dienstag, 7. Januar 2014 10:57
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