Burnout bei jungen Müttern

Erst hieß es, Burn-out sei eine reine Manager-Krankheit, doch inzwischen ist unter Experten die Erkenntnis durchgedrungen: Auch berufstätige Mütter sind besonders gefährdet, in diesen Zustand des Ausgebranntseins zu geraten. Manchmal geht das schleichend vor sich, doch gerade bei engagierten, perfektionistischen Frauen gibt der Körper oft auch mit aus heiterem Himmel auftretenden Beschwerden das Signal: Bis hierher und nicht weiter! Nicht umsonst hat sich der moderne Begriff „Familienmanagerin“ etabliert, denn die Aufgaben einer (berufstätigen) Mutter sind genauso komplex und der Zeitdruck, unter dem sie steht, ist genauso hoch wie in einer Führungsposition.

Kein Wunder, dass verschiedene Studien zeigen: Über zehn Prozent aller Krankheitsstände bei Frauen haben psychische Ursachen. Jede fünfte Mutter ist von Burn-out betroffen. Sich Hilfe zu holen, kann in keinem Fall schaden. Doch spätestens, wenn körperliche Symptome wie Herzrasen, andauernde Kopfschmerzen und Schlafstörungen ins Spiel kommen, ist es Zeit, seinen Lebensstil zu ändern.

Tipps bei Burn-out

Ob echtes Burn-out oder „einfach nur“ temporäre Überforderungsgefühle, die sich in körperlichen Symptomen äußern – die Tipps für die Betroffenen sind die gleichen:

  • Probieren Sie verschiedene Methoden der Stressbewältigung!
    Das kann ein fest eingeplantes wöchentliches Entspannungsritual wie ungestört baden, alleine spazieren gehen oder ein Maniküretermin sein, aber auch eine erlernbare Entspannungsmethode wie Yoga, autogenes Training oder Tai Chi.
  • Lernen Sie, Schwäche zu zeigen!
    Der Partner, die Eltern oder die Freundinnen werden sich vielleicht anfangs über Ihr neues „Ich“ wundern, aber sie werden bereit sein, es kennen zu lernen und Ihnen unter die Arme zu greifen. Selbst kleinen Kindern kann man mit etwas Geduld beibringen, dass die Mama für zwanzig Minuten mit ihrem Kaffee und ihrer Frauenzeitschrift in Ruhe gelassen werden möchte und dass sie danach wieder zum Vorlesen, Legobauen oder zu anderen Schandtaten bereit ist.

Der Alltag führt viele Eltern permanent an den Rand der Überlastung: Kinder zur Kita bringen, ins Büro, Kinder abholen, einkaufen, kochen, Haushalt – vor allem den Müttern droht im schlimmsten Fall der Burnout. Die Arbeitswelt fordert heute vollen Einsatz – Hektik, lange Meetings und Überstunden lassen trotz aller Bekenntnisse zur Familienfreundlichkeit in Unternehmen eine echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie kaum zu. Gleichzeit fühlen sich viele Eltern auch in ihrem Privatleben immer stärker unter Druck gesetzt: Sie fürchten, ihre Kinder nicht optimal zu fördern, Fehler in der Erziehung zu machen, kein perfekter Partner zu sein und den Haushalt eben nicht so toll zu organisieren wie in der Fernsehwerbung.

Treffen kann die Erkrankung jeden, der hohe Ansprüche an sich stellt und die Erwartungen wegen permanenter Überlastung nicht mehr erfüllen kann – also auch berufstätige Mütter oder Hausfrauen mit pflegebedürftigen Angehörigen. Wenn Arbeitsbeanspruchung und Regeneration gravierend aus dem Gleichgewicht geraten, ist der Weg zum totalen Burn-out vorprogrammiert.

Wichtigster Bestandteil einer erfolgreichen Burn-out-Therapie ist jedoch die konsequente Umstellung der bisherigen Lebensweise. Wie man nach jahrelangem Laufen im Hamsterrad dem Alltag eine neue Richtung geben kann, erfahren Sie in der Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Donnerstag, 23. Januar 2014 12:50
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