Burnout in der Familie

Für Burnout gibt es viele Gründe. Es kann die Dreifachbelastung durch Pflege, Familie und Beruf sein. Es können existenzielle Geldsorgen, unüberwindbare Spannungen zwischen Mann und Frau oder extrem belastende Arbeitsbedingungen sein.
Die Symptome eines Burnouts gehen immer mit einem Gefühl der starken Überlastung und des Ausgebranntseins einher. Manchmal ist Burnout auch ein Vorbote von Krankheit.

Familien(-mitglieder) brauchen oftmals Unterstützung von außerhalb. Sie schaffen es nicht mehr alleine. Sie brauchen Netzwerke, die ihnen die Lasten abnehmen. Ganz konkret: Ein Opa, der das Kind von der KiTa abholt und versorgt. Eine Nachbarin, die jede Woche einen halben Tag beim dementen Vater bleibt. Eine Freundin, die zuhören kann.

Mütter oft besonders Burnout-gefährdet

Mehrfachbelastungen durch Kindererziehung, Haushalt und Beruf fordern bei immer mehr Frauen ihren Tribut. Denn die Anforderungen an moderne “Familienmanagerinnen” sind hoch – und werden all zu oft nicht honoriert. Durch die ständige Abrufbereitschaft als Mutter, Ehefrau, Köchin, Haushälterin, Arbeitnehmerin, persönliche Krankenschwester und Chauffeurin geraten viele Frauen an ihre Leistungsgrenzen, ohne dass sie es merken, beziehungsweise wahrhaben wollen. Sie werden kraftlos, antriebslos, gereizt, leiden ständig unter einem schlechten Gewissen und werden irgendwann krank. Während das Burn-out-Syndrom vor ein paar Jahren noch als Managerkrankheit galt, schlagen immer mehr Experten, Psychologen und Ärzte Alarm: Gerade Frauen leiden unter dieser Krankheit.

Die ersten Warnzeichen eines Burn-out-Syndroms lassen sich recht früh erkennen. Man unterliegt dem Drang, alles perfekt zu machen, der Zwang, es sich selbst zu beweisen und dabei völlig auf die eigenen Bedürfnisse zu verzichten. Gerade Menschen, die alles perfekt machen möchten, die unter dem sogenannten Helfersyndrom leiden, die keine Anerkennung für ihre Tätigkeiten bekommen oder unter ständiger Kritik leiden, sind stark gefährdet. Berufstätige Frauen mit Familie zählen daher zur Risikogruppe, da sie es oftmals nicht schaffen, “nein” zu sagen, Aufgaben im Haushalt oder im Berufsleben zu delegieren, sich keine Ruhephasen gönnen und nicht auf die Erschöpfungssignale ihres Körpers hören.

Reagieren sollten Sie spätestens, wenn sich die oben genannten körperlichen Beschwerden bemerkbar machen. Wer am Burn-out-Syndrom leidet, braucht so schnell wie möglich professionelle Unterstützung. In vielen Fällen ist die Krankheit schon so weit fortgeschritten, dass ambulante Maßnahmen nicht mehr ausreichen.

Burnout-gefährdete Menschen bitten selten um Hilfe und häufig können sie nicht über ihre Gefühle oder Probleme sprechen. Gerade in der frühen Phase sehen viele überlastete und überforderte Mamas (und Papas) noch nicht die Ausmaße der Krankheit und sie finden Ausreden und Abschwächungen, wenn sie auf ihren Gemütszustand angesprochen werden. Doch schon bald werden die Warnsignale lauter und enden nicht selten in den typischen Symptomen eines Burn-out-Syndroms. Nicht nur für den Betroffenen beginnt nun eine schwierige Zeit. Auch die Familie und Freunde müssen lernen, mit der Krise umzugehen und den oder die Kranke liebevoll und geduldig zu unterstützen.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Donnerstag, 5. Dezember 2013 9:28
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