Burnout im Studium

Burn-out gilt als typisches Leiden der Chefetagen. Führungskräfte, die unter Druck stehen, ständig am Mobiltelefon hängen und von einem Meeting ins andere hetzen zählen zu den Betroffenen. Doch auch unter Studenten ist die Diagnose weit verbreitet. Kürzere Studienzeiten, mehr Stoff, steigender Leistungsdruck: Der Stress im Studium macht immer mehr Studenten krank. Oft kommt der Burn-out schon vor dem ersten Studienabschluss.

Möglichst schnell studieren, möglichst viele Fremdsprachen lernen und mindestens fünf Praktika durchlaufen: Der Druck auf Absolventen nimmt zu. Das hat manchmal auch gesundheitliche Folgen.

Seelsorger an Universitäten melden eine zunehmende Zahl von Studenten mit Depressionen und Burn-out-Syndrom. Die Zahl derer, die mit dem wachsenden Druck an den Hochschulen nicht zurechtkämen, hat deutlich zugenommen.

Mit der verbreiteten Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge haben die Belastungen für Studenten zugenommen. Die Studiengänge sind stärker “verschult”, es gibt mehr Anwesenheitspflicht und Zeitdruck. Die eingeführten Studiengebühren verschärfen gleichzeitig den ökonomischen Druck. Insbesondere Studenten, die weder BAföG noch finanzielle Unterstützung von den Eltern bekommen, haben mit großen Sorgen zu kämpfen. Andere werden schlicht mit den Anforderungen und den Umbrüchen in der Lebensphase des Studiums nicht fertig.

Die Anforderungen von Unternehmen an Absolventen haben immens zugenommen. Ein möglichst schnelles Studium, mehrere Fremdsprachen und viel Praxiserfahrung sind längst gängige Bedingungen. Viele junge Leute haben schon während des Studiums große Angst, diesen Anforderungen nicht zu genügen und nach dem Abschluss arbeitslos zu enden.

In einigen Fächern, wie in den Naturwissenschaften, sind die Anforderungen ohnehin sehr hoch. Wenn dann noch Zeitdruck und Gelddruck dazu kommen, sind einige Studenten einfach überfordert. Eine Mitschuld hat auch die Schule. Dort müssen junge Menschen nur wenig Verantwortung übernehmen und werden bei ihrer Arbeitsorganisation oft bevormundet.

Seelsorge und psychologische Beratung an der Universtität sind gefragt wie nie. Studenten kämpfen mit der Arbeitsbelastung, dem Leistungsdruck und den Ansprüchen an sich selbst – manchmal bis zum Burn-out.
Ob es die Bologna-Reform mit ihren Bachelor- und Masterstudiengängen ist, die ihre Spuren in der Psyche der Studenten hinterlässt, kann man nur vermuten. Es ist auffällig, dass die Zahl der psychisch belasteten Studenten seit der Einführung der neuen Studiengänge zugenommen hat, von daher ist die Hypothese naheliegend, dass es einen Zusammenhang gibt.

Dass Studenten heute weit weniger Zeit für Freizeitaktivitäten haben, lässt sich jedoch nicht bestreiten.
Es sind oft die Ehrgeizigen, die Perfektionisten und Vielleister, die am Burnout erkranken. Menschen, die ein anspruchsvolles Fach wählen, nebenbei in der Kneipe jobben, in der vorlesungsfreien Zeit Praktika ablegen und zusätzlich einen Sprachkurs in Wirtschaftsenglisch machen.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Donnerstag, 2. Januar 2014 11:44
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