Burnout-Prävention: Parks machen glücklich und reduzieren Stress

Das Leben in der Großstadt ist hektisch und unter Stress im Job leiden wir meist sowieso. Im schlimmsten Fall bestehen die Folgen in einer Erschöpfungsdepression oder einem Burnout. Als Lösungsansatz debattieren Experten individuelle Präventionsmaßnahmen ebenso wie eine – möglichst gesetzlich verankerte – Stressreduktion in den Unternehmen. Britische Forscher haben sich in diesem Kontext jetzt mit einem anderen Präventionsbereich beschäftigt – das Ergebnis: Der Aufenthalt im Grünen, in der Stadt also meist in einem Park, verschafft Stressgeplagten nachhaltige Erleichterung.

Urbane Ballungszentren: Hohe Stressbelastung mit neurobiologischen Konsequenzen

Studienleiter Matthew White und ein Psychologenteam der Universität of Exeter haben für ihre Untersuchung der positiven Auswirkungen der “grünen Lungen” unserer Städte 18 Jahre lang die Daten von rund 10.000 Briten ausgewertet. Die Studienteilnehmer gaben dafür in regelmäßigen Intervallen an, wie psychisch angegriffen und gestresst sie sich in den vergangenen zwei bis drei Wochen fühlten. Gleichzeitig fragten die Forscher Angaben zur allgemeinen Lebenszufriedenheit sowie zum jeweiligen Wohnort ab. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden jetzt im Fachjournal “Psychological Science” veröffentlicht, auf den ersten Blick klingen sie fast simpel: In Jahren, in denen die Probanden nahe an Grünflächen lebten, waren sie psychisch gesünder und insgesamt zufriedener als in anderen Zeiten.

Experten haben in verschiedenen anderen Studien festgestellt, dass Menschen in urbanen Ballungszentren deutlich häufiger an psychischen Leiden wie Depressionen oder Schizophrenie erkranken als Landbewohner. Aus der Sicht von Neurobiologen führt sozialer Stress vor allem vor einem urbanen Hintergrund zu einer erhöhten Aktivität der Amygdala als des Angst- und Emotionszentrums unseres Gehirns. Außerdem stimuliert das Leben in der Großstadt offenbar das sogenannte “anteriore Zingulum”, das unseren psychischen Umgang mit Fehlern und Risikofaktoren steuert.

Aufenthalt im Grünen – fast so positiv wie eine Hochzeit

Umwelt-Psychologe White verglich in seiner Analyse den Einfluss von Parks und Grünanlagen auf die Psyche mit anderen Faktoren, etwa den Auswirkungen einer Hochzeit oder eines neuen Jobs. Die Resultate überraschten selbst die Wissenschaftler: Die eigene Hochzeit und die insgesamt positiven psychischen Folgen von Zusammenleben oder Ehe waren nur drei Mal stärker als die Nähe eines Parks. Ein neuer Arbeitsplatz bringe zwar zunächst zehnmal mehr Zufriedenheit, gerade im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit im Alltag sorge die urbane Grünanlage jedoch für “entscheidende Unterschiede”. White geht daher davon aus, dass von einem Park Tausende Menschen in der Umgebung nachhaltig profitieren könnten – die Ergebnisse der Studie zeitigen damit im Idealfall auch stadtplanerische Konsequenzen.

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer geht es daneben auch um individuelle Ruhepunkte, Lebensgenuss und eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Unser Rat an alle Stressgeplagten: Sorgen Sie für regelmäßige Auszeiten von Beruf und Alltagsstress, gehen Sie ins Grüne, entdecken Sie ihre Freude an Wetter, Natur und Ihrer eigenen Bewegung neu. Falls Sie die ersten Schritte in diese Richtung schwierig finden, erhalten Sie in unseren Intensivtrainings zur Burnout-Prävention dafür und für viele andere Fragen rund um Stress und Burnout von unseren erfahrenen Therapeuten eine professionelle Hilfestellung.

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Datum: Dienstag, 23. April 2013 11:22
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