Burnout und Ernährung – wichtiges Thema für Prävention und Therapie

Der frühere Bundesliga-Trainer Ralf Rangnick hat seinen Burnout inzwischen überstanden – im “Bunte”-Interview erklärte er jetzt, dass er die Ursachen der Erkrankung vor allem mit seiner überwiegend ungesunden Ernährung in Verbindung bringe. Aus seiner Sicht ist es für viele Manager und Trainer in der Bundesliga durch die Vielzahl von Aufgaben und Terminen nicht einfach, sich angemessen zu ernähren. Wenn ihn der Burnout nicht gezwungen hätte, “die Reißleine zu ziehen”, hätten ihn in absehbarer Zeit entweder ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt aus der Bahn geworfen. Heute verzichtet der Sport-Experte weitgehend auf Kohlenhydrate und hält sich durch die chinesische Bewegungs-Meditation Qigong körperlich und seelisch fit.

Ob Rangnicks Burnout wirklich “nur” auf seine Ernährung zurückzuführen ist, sei einmal dahin gestellt. Tatsache ist jedoch, dass Stress und dauerhafte Überforderung auch zu Stoffwechsel-Veränderungen führen, die präventiv ebenso wie therapeutisch eine Ernährungsumstellung erfordern. In der öffentlichen Diskussion der Burnout-Problematik spielte dieser Aspekt bisher fast keine Rolle – Ralf Rangnick hat mit seinem Statement hier vielleicht Türen aufgestoßen.

Fehlernährung intensiviert die Stressbelastung

Im Vorfeld eines Burnouts kommt es zu einer dauerhaften Aktivierung der sogenannten “Stress-Achse” des Körpers, also der Anpassung von Stoffwechselvorgängen sowie energetischen und hormonellen Vorgängen an die Stress-Belastung. Die chronische Erhöhung der Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin sowie anderer körpereigener Botenstoffe führt auf lange Sicht zu einer “katabolen Stoffwechsellage” – bei dieser werden aus der Nahrung und den Depots des Körpers vorrangig Fette und Kohlenhydrate zur Energiegewinnung mobilisiert, der Eiweiß-Stoffwechsel wird dagegen zurückgefahren. Blutzucker und Blutfette werden dadurch dauerhaft erhöht. Der Bedarf an Vitaminen und Mineralien nimmt zu. Gleichzeitig kommt es zu einer “Übersäuerung” des Körpers. Parallel dazu nimmt die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems unter Dauerstress kontinuierlich ab – daraus resultieren eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie Schmerzzustände durch die Freisetzung von entzündungsfördernden Molekülen.

Der Stress-Kreislauf setzt sich auf diese Weise auch innerhalb des Körpers fort und führt langfristig zu ernsten Krankheitsrisiken – Ralf Rangnick lag mit seinem Verweis auf Herzinfarkt und Schlaganfall hier durchaus richtig. Durch eine vitalstoffarme, auf Fett, Kohlenhydrate und Zucker fokussierte Fehlernährung verschärfen sich naturgemäß die organischen Probleme.

Gesunde Ernährung als Bestandteil der Work-Life-Balance

Bei Burnout und chronischer Erschöpfung spielen daher Veränderungen der Ernährung – und in der Folge der gesamten Lebensweise – eine zentrale Lebensweise. Viele Gestresste müssen überhaupt erst wieder lernen, regelmäßig und gesund zu essen. Auch die Wiederentdeckung von Essen als alltäglicher Genuss und Entspannungsfaktor spielt hier eine Rolle.

Eine “Anti-Burnout-Diät” sollte aus schmackhaften, Vitamin- und vitalstoffreichen sowie schonend zubereiten Lebensmitteln bestehen. Im Kern heißt das: Viel Obst und Gemüse, Olivenöl und eiweißreiche Kost, wenig verarbeitete Kohlenhydrate und tierische Fette. Als Ziel einer langfristigen Ernährungsumstellung bieten sich beispielsweise “mediterrane” Ernährungsformen an, welche diese Anforderungen optimal erfüllen. Auf Kaffee, Tee und Alkohol sollte zumindest in der unmittelbaren Therapie- und Erholungsphase vollständig verzichtet werden – als Alternativen stehen Wasser, Schorlen, Tees und leckere Säfte zur Verfügung.

In ihren Anti-Burnout-Trainings sorgen die Experten der Gesundheitsakademie Schmidbauer selbstverständlich auch für ein optimales “kulinarisches Umfeld”. Unsere Küche versorgt Sie während des dreiwöchigen Programms mit gesunder Vollwert-Kost als Einstieg in eine nachhaltige Veränderung Ihrer Ernährung. In unseren Trainings-Modulen spielen neben allgemeinen und individuellen Fragen zu Work-Life-Balance und einer allgemein gesunden Lebensweise auch Ernährungsfragen eine wesentliche Rolle.

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Datum: Freitag, 12. Oktober 2012 11:31
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