Depressionen und Burnout bei Kindern und Jugendlichen

Nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO wird die Depression im Jahre 2020 die zweithäufigste Krankheit weltweit sein, und die häufigste in der sogenannten entwickelten Welt, den OECD-Staaten. Doch trotz ihrer weiten Verbreitung gehört sie immer noch zu den am meisten unterschätzten Erkrankungen. Besonders besorgniserregend an der Statistik ist, dass die Patienten immer jünger werden.

Hauptgruppe sind Zehn- bis Zwanzigjährige, aber es gibt auch schon Siebenjährige, die sich dem schulischen Druck nicht gewachsen fühlen. Die trostlose Zukunftsperspektive, die drohende Arbeitslosigkeit, das Fehlen von Bindungsstrukturen und die allgemeine Sprachlosigkeit in den Familien – da stellt sich bei den Kindern oft das Gefühl ein, nicht gewünscht zu sein. Eindeutig erkennbar sind die selbstzerstörerischen Auswirkungen der Depression wie die Magersucht oder das Selbstverletzen durch Ritzen der Haut.

Nicht so leicht zu erkennen ist die “stille” Depression, doch es gibt Symptome, bei denen Eltern und Lehrer aufmerksam werden sollten. Beispielsweise, wenn Kinder nicht mehr aus dem Bett kommen, nicht mehr zur Schule gehen, sich von Gleichaltrigen zurückziehen, vor jeder Leistung resignieren oder unter Angst- und Panikattacken leiden und eigentlich gar nicht genau wissen warum. Oft stellt sich dann eine rapider Leistungsabfall ein, begleitet von konsternierendem Schweigen.

Auch die Lehrer müssen einbezogen werden. Es ist wichtig, dass die Kinder nicht überfordert aber auch nicht ignoriert werden. Das Kind wahrzunehmen und anzusprechen ist oft schon sehr hilfreich.

All die Bemühungen der Schulpsychologen, Lehrer und Eltern können jedoch nur erfolgreich sein, wenn sie auch effektiv zusammenarbeiten und ihre Bemühungen unterstützt werden. Das Schulreferat bietet zwar Fortbildungen für Lehrer an, aber oft können sie ihr Wissen im Schulalltag gar nicht umsetzen. Viele Schulen wissen auch gar nicht, wie sie mit dem Problem umgehen sollen.

Ob Kind oder Erwachsener – die Mechanismen der Depressionen sind noch immer nicht vollständig geklärt. Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass die Wurzel des Übels auch in den Genen schlummert: Menschen mit depressiven Familienmitgliedern erkranken deutlich häufiger als andere. Neben einer möglichen genetischen Disposition können Faktoren wie mangelndes Selbstwertgefühl in Verbindung mit Lebenskrisen die Depression zum Ausbruch bringen.

Wichtig ist, dass Eltern, Kindergärtner und Lehrer wachsam sind und die verwirrend vielfältigen Anzeichen für eine Depression richtig deuten lernen. Wer den Verdacht hat, sein Kind sei depressiv, sollte unbedingt kompetente Hilfe suchen. Denn Depressionen sind ernst zu nehmende psychische Erkrankungen. Werden sie nicht behandelt, können sie tödlich enden: Auch Kinder sind im Fall einer schweren Depression selbstmordgefährdet.

Jugendliche machen während ihres Reifeprozesses zahlreiche neue Erfahrungen: Verliebtsein, Trennung, Ablösung vom Elternhaus. Dies alles bringt eine Verunsicherung mit sich, die manchmal Depressionen bis hin zum Burnout auslösen kann.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Donnerstag, 9. Januar 2014 10:18
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