Jeder vierte Brandenburger Beamte wird frühverrentet

Aktuelle Statistiken belegen, dass jährlich 170.000 Arbeitnehmer ihr Arbeitsleben aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden oder zumindest ihre Arbeitszeit drastisch reduzieren. 70.000 dieser Frühverrentungen erfolgen wegen einer psychischen Erkrankung – Burnout oder Depressionen – sowie psychosomatischer Symptome.

Das Land Brandenburg legte jetzt entsprechende Zahlen für seine Staatsbediensteten vor – demnach scheidet jeder vierte Brandenburger Beamte vorzeitig aus dem Dienst. Der brandenburgische Landesrechnungshof schlug jetzt Alarm, da die Frühpensionierungs-Quote bei den märkischen Beamten im Vergleich über dem Durchschnitt aller anderen ostdeutschen Bundesländer liegt. Die vorzeitige Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen erfolgt im Schnitt mit etwa 50 Jahren. Die Ursache dafür ist oft ein Burnout, der vor allem Polizisten sowie Lehrer trifft.

Brandenburg plant Frühverrentungs-Studie inklusive Krankheits-Clustern

Brandenburg liegt mit diesen Werten dicht bei Berlin, wo jeder dritte Staatsdiener aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig verrentet wird. In den alten Bundesländern gehen jeweils rund 20 Prozent aller Beamten vorzeitig in Pension. In den übrigen ostdeutschen Bundesländern liegen die Frühverrentungsquoten zwischen 8,7 Prozent in Sachsen-Anhalt und 17,4 Prozent in Sachsen.

Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) will jetzt die Gründen für die frühen Pensionierungen seiner Beamten analysieren lassen. Dem Berliner “Tagesspiegel” sagte er, dass die Situation die Betroffenen selbst, ihren Arbeitgeber durch den Ausfall dringend benötigter Expertisen sowie die Landeskasse durch die Versorgungslasten stark belastet. Geplant sei eine detaillierte Studie darüber, welche Krankheiten den vorzeitigen Ruhestand begründen und ob es dabei regionale Unterschiede gibt. Ferner denke das Land über die Einführung eines zentralen amtsärztlichen Dienstes nach, der – analog zur bereits etablierten Praxis für die Polizei – die Pensionierungsanträge nach einheitlichen Kriterien prüft.

Die Fakten: Dauerhafte Überlastung, Personalengpässe und ineffizientes Management

Für die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes sind die Brandenburger Zahlen keine Überraschung, sondern eine zwangsläufige Folge der der starken Arbeitsüberlastung der Beamten, unter der besonders Polizisten und Lehrer leiden. In einem aktuellen Gesundheitsbericht für die brandenburgische Landespolizei wurde erst vor kurzem festgehalten, dass jeder zehnte Polizist des Bundeslandes wegen Langzeiterkrankungen dienstlich nicht mehr zur Verfügung stünde, zu diesen 800 Personen kamen rund 500 weitere Polizisten, die wegen ihrer gesundheitlichen Einschränkungen nur bedingt verwendungsfähig waren.

Unter den Lehrern sieht es derzeit in Brandenburg nicht besser aus. Nach einer Studie der Universität Potsdam sind rund 20 Prozent von ihnen akut Burnout-gefährdet, 500 Lehrer fallen wegen Langzeit-Krankschreibungen mindestens vorerst aus. Für den 21. November 2012 haben die Personalräte der Schulen zur bislang größten Protestaktion für bessere Arbeitsbedingungen an den Schulen aufgerufen. Gründe für das hohe Burnout-Risiko Brandenburger Lehrer sieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unter anderem in dem im Vergleich zu anderen Bundesländern höheren Pflichtstunden-Kontingent sowie dem höheren Alter der Brandenburger Lehrerschaft. Aus den Reihen der CDU- und FDP-Opposition im Landtag kam allerdings auch Kritik am “ineffizienten Personalmanagement” des Bundeslandes sowie an fehlender Burnout-Prävention und dem massiven Stellenabbau bei der Polizei.

Dabei ist es für die Beamten noch ein “Glücksfall”, dass sie sich, falls gesundheitlich nichts mehr geht, auf die soziale Absicherung durch eine Frühpensionierung verlassen können. Für Arbeitnehmer in der privaten Wirtschaft folgt auf einen Burnout dagegen oft der abrupte Abbruch der beruflichen Karriere mit den entsprechenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen. Die Experten der Gesundheitsakademie Schmidbauer raten deshalb, schon die ersten Zeichen körperlicher und seelischer Erschöpfung ernst zu nehmen. In unseren Anti-Burnout-Trainings finden Sie zurück zu Ihrer körperlichen und seelischen Balance und erlernen nachhaltige Strategien für innere und äußere Abwehrmechanismen gegen Dauerstress.

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Datum: Freitag, 2. November 2012 10:30
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