Stress und Burnout – Was kann der Arbeitgeber tun?

Rund drei Millionen Menschen gelten in Deutschland als Burnout-gefährdet. Sie davor zu schützen, ist ein Teil der Führungsaufgabe. Doch zu wenige Führungskräfte besitzen die entsprechenden Kompetenzen.

Stress wird definiert als die physische, psychische und biochemische Reaktion des Körpers auf Anforderungen, die mit den verfügbaren Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten nicht bewältigt werden können. Wohl dosiert und zeitlich befristet ist Stress nicht ungesund. Ganz im Gegenteil: Stressreaktionen des Körpers ermöglichen den Menschen, innerhalb weniger Sekunden ihre Leistungsreserven zu mobilisieren. Erstreckt sich der Stress jedoch über eine längere Zeitdauer, kann er sich auf die Gesundheit auswirken.

Eine der schwerwiegendsten Folgen von chronischem Stress ist das Burnout-Syndrom. Erkrankte befinden sich in einem physischen, psychischen und geistigen Erschöpfungszustand und haben selbst für alltägliche Aufgaben keine Energie mehr. Insbesondere im Dienstleistungsbereich, bei Mitarbeitern mit viel Kundenkontakt, breitet sich Burnout zunehmend aus.

Arbeitgeber und Führungskräfte haben eine ganz besondere Verantwortung für ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Sie sind zudem nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, für Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten zu sorgen und diese zu verbessern.

Um gesundheitliche Gefährdungen zu erkennen und ihnen mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen, muss der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen untersuchen und auf gesundheitliche Risiken hin beurteilen.

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz sind seit Jahren Thema der öffentlichen Diskussion und des betrieblichen Arbeitsschutzes. Die Krankenkassen liefern hier steigende Zahlen und alarmierende Krankheitsraten. Burnout kann als Extremform der psychosozialen Belastungen bezeichnet werden.

Das Auftreten von Burnout ist immer ein Signal dafür, dass im Betrieb psychosoziale Belastungen vorhanden sind und ein Warnzeichen dafür, dass etwas getan werden muss, dass Arbeitgeber aktiv werden müssen. Burnout ist nicht ein Problem des einzelnen Menschen, sondern immer auch ein Problem des Umfeldes, in dem der Mensch arbeitet.

Um herauszufinden, wo die Burnoutgefährdungen im Betrieb liegen, müssen die Beschäftigten ermuntert werden, offen und ohne Nachteile zu befürchten Defizite in der Arbeitsorganisation darzulegen. Nur auf diese Weise kann die Arbeitsorganisation verbessert werden. Klar definierte Aufgaben und eindeutige Kompetenzen, Möglichkeiten der Beteiligung an Entscheidungsprozessen, Transparenz der betrieblichen Arbeitsabläufe sind geeignete Faktoren, die Arbeitszufriedenheit zu steigern, Resignation und Verdruss und damit auch Burnout zu minimieren.

Bürokratische und hierarchische Strukturen begünstigen Burnout, setzen der Kreativität und Motivation immer wieder Grenzen und führen zu Frustrationen. Anstatt übermäßig zu reglementieren und zu kontrollieren, sollten Spielräume angeboten werden, die eigenständiges Denken, Planen und Entscheiden ermöglichen. Das erhöht die Arbeitszufriedenheit und mindert das Risiko von Stress und Burnout.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Dienstag, 4. Februar 2014 13:01
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