Stresssymptome ernst nehmen

Wir sind den ganzen Tag auf Hochtouren, arbeiten mittags durch, erledigen rasch noch hier etwas, rufen noch schnell dort an. Das geht auf Dauer an die Substanz. Wer jetzt nicht gegensteuert und Stresssymptome erkennt, ist Burnout-gefährdet.

Manchmal spüren wir, wie das Herz ein paar Schläge zu viel einstreut. Aber im nächsten Moment ist wieder alles in Ordnung und wir machen genau dort weiter, wo wir aufgehört haben. Einige kennen auch das Gefühl, dass Stresssymptome des Körpers nicht mehr sofort verschwinden. Ein Ohrgeräusch bleibt länger. Das Augenlid zuckt. Der Schlaf wird oberflächlicher. Wir wachen nachts auf und geistern durch die Wohnung. Essattacken überfallen uns und wir können Süßem nicht mehr widerstehen. All das sind deutliche Zeichen des Körpers, dass er an die Grenze seiner gesunden Leistungsfähigkeit gestoßen ist.

Die meisten von uns versuchen jeden Tag, den wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden. Doch um nachhaltig gesund und ausgeglichen zu sein, sollten wir uns davor bewahren, die Bedürfnisse des Körpers zu ignorieren. Wenn wir genau hinsehen, gibt er uns jede Minute ein genaues Feedback. Problematisch ist, dass wir gelernt haben, seine Signale zu überhören und einfach weiterarbeiten. Dann passiert das gleiche wie in einem Dialog: Die Stimme wird lauter, sie will gehört und wahrgenommen werden.

Wenn Kopf und Körper einen Pause brauchen

Ignorieren wir erste Anzeichen von Stress, entstehen ernsthafte Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle und Rückenschmerzen. Spätestens jetzt sollten wir reagieren. Angebote wie Yoga, Meditation und Entspannungsübungen helfen, da sie uns die Möglichkeit geben, still zu werden und den Körper wieder wahrzunehmen.

Wenn uns der Körper die ersten Signale wie Augenzucken oder Ohrgeräusche sendet, heißt das: Der Kopf benötigt eine Pause. Er hat Massen an Informationen zu verarbeiten und nur selten Zeit, sich mit einem Problem ungestört zu befassen. Häufig gibt es Unterbrechungen und wir springen mit der Aufmerksamkeit zwischen unterschiedlichen Problemstellungen hin und her. Unser Gehirn braucht Muße, um neue Energie zu schöpfen. Das erreichen wir, indem wir uns minutenlang in Stille versenken – Augen schließen, keine Geräusche und keine Reize, die das Gehirn bewusst oder unbewusst verarbeitet.

Die eigenen Bedürfnisse berücksichtigen

Dies ist bereits ein wichtiger Anfang. Je häufiger und intensiver wir trainieren, unseren Körper mit seinen Bedürfnissen wahrzunehmen, desto leichter werden uns auch viele andere Dinge fallen, die uns gut tun. Ein Spaziergang oder eine kurze Joggingrunde wird uns plötzlich mehr Spaß machen, als wenn wir sie als Pflichtprogramm betrachten.

So schaffen wir es, auf angenehme Weise dem Körper gerecht zu werden und ihn gesund, ausgeglichen und stark zu machen. Es ist primär eine Frage des Trainings, den Körper zu verstehen und seinen Bedürfnissen zu berücksichtigen.

Achtsamkeit und Meditation als Erholungspausen

Wir wollen uns auf unseren Körper genauso wie auf unseren Lebenspartner verlassen können, in guten wie auch in schwierigen Zeiten. Und genau wie in einer Ehe erfordert genau dies ein Zuhören, Wahrnehmen und Eingehen auf Bedürfnisse. Sonst kapituliert unser Körper in den anstrengenden Zeiten, genau wie auch Beziehungen zwischen Menschen bei zu hohen Belastungen kapitulieren.

Der Körper braucht Bewegung, er braucht wertvolle Nahrung und er braucht Regenerationsphasen. Überlegen Sie also, was Sie ihm mit der Nahrung zuführen, wann Sie ihn bewegen können und wie Sie im Laufe des Tages kleine Erholungspausen zukommen lassen können. Er wird es Ihnen danken.

Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

Quelle: Focus Online | Miriam Goos

Autor:
Datum: Donnerstag, 21. November 2013 10:13
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