Studie: Zunehmende Erreichbarkeit auch außerhalb des Jobs

Früher galt die harte körperliche Arbeit am Fließband als Ursache von Krankheit und Erschöpfung. Heute sind es vor allem die psychischen Belastungen, die immer mehr Arbeitnehmern und Selbständigen zusetzen. Nun ergab eine neue wissenschaftliche Umfrage: Mehr als drei Viertel aller Deutschen sind aufgrund der neuen Kommunikationsmöglichkeiten auch außerhalb ihrer eigentlichen Arbeitszeiten für Kollegen, Mitarbeiter oder ihren Chef erreichbar. Und mit 30 Prozent ist sogar ein erheblicher Teil dieser Gruppe rund um die Uhr per Smartphone oder E-Mail für Rückfragen oder Aufträge zu erreichen.

Mehrheit ist auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar

Der IT-Branchenverband BITKOM wies in einer jetzt veröffentlichten Studie nach, dass es zwar in 62 Prozent aller befragten Unternehmen keinerlei konkrete Vorgaben dafür gibt, wann Mitarbeiter auf elektronischem Wege erreichbar sein sollten und wann nicht. Dennoch sind 77 Prozent auch außerhalb der regulären Bürozeiten erreichbar. 32 Prozent sind zu bestimmten Zeiten, beispielsweise abends oder am Wochenende, immerhin 15 Prozent nur in Ausnahmefällen für ihre Ansprechpartner erreichbar. Lediglich 16 Prozent der Befragten sind für Kollegen und Vorgesetzte außerhalb der eigentlichen Arbeitszeiten gar nicht zu erreichen.

Verbindliche Regelungen für den Job treffen

Da eine der wesentlichen Ursachen für das das Burnout-Syndrom die dauerhafte Belastung von Arbeitnehmern oder Selbständigen darstellt, empfiehlt der IT-Verband BITKOM als Auftraggeber der Studie, dass zwischen Unternehmern und Mitarbeitern verbindliche Absprachen zur Erreichbarkeit getroffen werden sollten. Eine feste Arbeitszeit und ortsgebundene Jobs hält der Verband vor dem Hintergrund der Entwicklung moderner Technologie jedoch für überholt. Es müssten für diese Bereiche zukunftsfähige Lösungen geschaffen werden.

Mobilität im Job nimmt zu

Dies scheint umso wichtiger, da sich der Studie zufolge der Gebrauch von Computer, Handys und Smartphones inzwischen vollständig etabliert hat. Immerhin 87 Prozent der Befragten nutzen in Ausübung des Berufs einen PC oder ein Notebook, immerhin 67 Prozent arbeiten mit einem Handy oder einem Smartphone. Bereits 79 aller Befragten setzen bei ihrer Ausübung mobile Geräte wie Laptops, Tablets oder Mobiletelefone ein, wobei der überwiegende Teil von ihnen auch mobil mit diesen Geräten arbeitet.

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Datum: Freitag, 19. April 2013 9:52
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