Volkskrankheit Burnout

Das Burnout-Syndrom droht zur Volkskrankheit zu werden. Immer mehr Bundesbürger fühlen sich erschöpft und ausgebrannt. Sie halten den Dauerdruck am Arbeitsplatz nicht mehr aus, melden sich ab in den Krankenstand oder reichen die innerliche Kündigung ein.

Die typischen Symptome eines Burnouts ähneln oft denen einer Depression: Lustlosigkeit, Traurigkeit, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und somatische Beschwerden wie Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen.

Gefühle von Überlastung und gelegentliche Schlafprobleme sind grundsätzlich noch kein Grund zur Besorgnis. Problematisch wird es, wenn eine solche Phase länger als ein paar Wochen andauert und man den Eindruck bekommt, dass man gar nicht mehr abschalten kann und auch in der Freizeit nicht mehr zur Ruhe kommt und an nichts mehr Freude hat.
Spätestens dann solle man Hilfe suchen. Der erste Ansprechpartner ist der Hausarzt, der in der Regel das soziale, familiäre und berufliche Umfeld des Betroffenen kennt. Auch ein Gespräch mit dem Betriebsarzt, der die beruflichen Gegebenheiten gut kennt, kann nützlich sein.

Die zunehmende Arbeitsverdichtung, aber auch die dauernde Erreichbarkeit – nach Feierabend und selbst am Wochenende – führen bei vielen Menschen dazu, dass sie sich erschöpft, ausgebrannt und leer fühlen. Eine andere häufige Ursache für ein Burnout-Syndrom ist ein über einen längeren Zeitraum erlebtes Mobbing. Bei den Betroffenen äußert sich Mobbing vor allem in Ängsten, in einer großen Müdigkeit und Motivationslosigkeit. Man steht am Morgen auf, denkt über den Verlauf des Arbeitstags nach und könnte weinend gleich wieder ins Bett zurückfallen.

Jeder dritte Berufstätige fühlt sich stark erschöpft

Obwohl nicht eindeutig ist, was gemeint ist, sehen sich viele als betroffen an. Das zeigen Umfragen. Demnach fühlt sich jeder dritte Berufstätige „stark erschöpft oder ausgebrannt“. Rund jeder sechste Erwerbstätige, der schätzt, dass er häufig an die Leistungsgrenze gehen muss, glaubt an Burnout zu leiden.
Chronischer Stress wirkt sich weitreichend auf Organismus und Psyche aus. Er kann das Herzinfarktrisiko verdreifachen, zudem steigt die Anfälligkeit für Infektionen und Allergien, und Magen-Darm-Beschwerden nehmen zu. Anhaltende Anspannung begünstigt Depressionen, Libidoverlust – und ein Burnout. Davon Betroffene fühlen sich oft müde und lustlos; die Arbeit wird zur Qual, und sie leiden unter dem Gefühl, in einem Hamsterrad zu stecken und nichts mehr kontrollieren zu können.

Noch diskutieren Forscher über eine Definition des Syndroms, das Manager genauso trifft wie Krankenschwestern, Lehrer und Hausfrauen. Bisher ist Burnout nicht offiziell als Krankheitsbezeichnung anerkannt, deshalb weichen Ärzte bei der Abrechnung auf verwandte Begriffe wie Depression und Anpassungsstörung aus. Unstrittig ist aber, dass das Ausgebranntsein mehr als nur eine Modediagnose für verweichlichte Leistungsverweigerer darstellt.

Haben Sie weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Donnerstag, 20. Februar 2014 10:16
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